Dienstag, 7. August 2012

Die Sinne II - Psychologie des Zauberns

So heute gehts munter weiter. Im letzten Video haben ca. die Hälfte von euch den moonwalkenden Bär NICHT sehen können, beweist ziemlich eindrucksvoll wie selektiv unser Verstand doch tatsächlich ist.

Man stelle sich folgende Situation vor:


NY,NY, USA mitten im Sommer, totale Rush- Hour und ihr mittendrin; die meisten empfänden eine derartige Situation als laut, schmutzig und stressig, so dass man froh sein könnte in seinem völlig überteuerten Hotelzimmer sich verkriechen zu können.

Lässt man sichaber eine Weile auf die Stadt ein werden wir es immer weniger störend finden, da sich unser Gehirn nur noch lediglich das Wichtigste fokussiert und den Rest in Form von automatisierten Prozessen in das Unterbewusstsein verschiebt.
Man könnte auch sagen, dass je häufiger ein Mensch Kontakt zu Situationen hat, desto automatisierter werden seine Eindrücke und unbewusster seine Handlungen. Man spricht hierbei vom impliziten Gedächtnis, d.h. den Teil des Gedächtnisses auf den unser Bewusstsein keinen Zugriff hat, der dennoch essentiell für z.B. Fahrrad fahren ist oder aber auch fürs gehen.

Mere-Exposure-Effekt


Doch lasst mich nen kleinen Ausflug an dieser Stelle machen und euch beweisen, dass nicht nur Zauberer auf sehr clevere Art und Weise unsere Auffassungsgabe manipulieren.
Der  Mere-Exposure-Effekt ist der Effekt des bloßen Kontakts, will heißen, dass alleine die Tatsache eine Person häufiger zu sehen, dazu führt sie von mal zu mal mit positiveren Blicken zu sehen und tendenziell häufiger sich zu befreunden als mit anderen Menschen, die man nicht so oft sieht.
Diese Vertrautheit macht den gegenüber noch attraktiver, vorausgesetzt man assoziierte nicht von Anfang an eher negative Gefühle mit dieser Person.
Und wer benutzt diesen Mechanismus wohl?! Ist doch klar; die Werbung.
Kurze, mehrmalige Wiederholungen von Werbungen erzeugen im Konsumenten das Gefühl der Vertrautheit, so dass ein Produkt tendenziell positiver erachtet wird. Auch dies kann Unterbewusst geschehen und es ist wichtig derartige Effekte zu kennen.
Wer gerne darüber näheres wissen will kann gerne Wiki zu Rate ziehen

Doch zurück zu unserer Aufmerksamkeit. Die Hälfte unseres Gehirn ist stets damit beschäftigt die äußeren Sinneswahrnehmungen des Auges zu empfangen und zu bearbeiten. An und für sich nichts schlimmes, doch tatsächlich ist der Ausschnitt des Auges welches ein scharfes Bild abgibt lediglich 1° von unserem gesamten Visus!!!

Folgendes Experiment:


Streckt euren Arm von euch und fokussiert euren Daumennagel; dieser macht ca. 1° eures Sichtfeldes aus, was bedeutet dass 360 Daumen einen Rundumblick produzieren würden. Unsere Netzhaut kann lediglich ein Daumengroßes Areal scharf auf unserer Netzhaut abbilden, an der Makula Densa.
Alles andere bastelt sich unser Gehirn aus Erinnerungen und Erfahrungswerten zusammen!


Kurz gesagt scheint unser Unterbewusstsein im HIER und JETZT zu leben, wobei unser Bewusstsein mal in der Zukunft oder in der Vergangenheit ist, ab und zu schaut es auch mal in der Gegenwart vorbei, doch der eigentliche Taktgeber für unser alltägliches Leben scheint mehr im Unterbewusstsein zu stecken.
Das soll auch nicht polarisieren, denn beide Areale bilden ein Synzytium, doch es ist wichtig zu wissen, dass die meisten Entscheidungen bereits lange vor unserem eigentlichen Denkprozess bereits getroffen sind, doch darauf werde ich später noch eingehen, dazu gibt es ein sehr intressantes Experiment in einem MRT- Gerät.

Wie tricksen nun Zauberer das Unterbewusstsein gezielt aus?

Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis hattet ihr hoffentlich schon wenn ihr in meinem Artikel
Die Sinne I - Psychologie des Zauberns auf folgendes Video gestoßen seid:

Natürlich ist Ablenkung eine wichtige Sache bei diesem großartigen Diebstahl, ist aber nicht des Rätsels Lösung!!!

In unserem Körper gibt es zwei Chief- Commander im Bereich der Sinnesorgane, die in letzter Instanz uns sagen was wahr ist und was nicht. Einmal ist es der Tastsinn und das andere mal das Gleichgewichtsorgan. Alle anderen Sinne stehen in dieser Hierarchie drunter.

Nun schaut euch mal das Video an und ihr werdet feststellen, dass das Handgelenk der Magiers oft das Handgelenk der Uhrseite berührt und mehr noch, steten Druck ausübt. Dieser Druck presst die Uhr an das Handgelenk des Besitzers und sorgt für einen leichten Eindruck in der Haut.
Ihr müsst euch vorstellen, dass unser Tastsinn nun maximal erregt ist und die Tatsache, dass die Uhr kurz darauf entfernt wird und  nicht mehr da ist wird NICHT registriert, da die eingedrückte Hautstelle noch immer dem Körper das Signal gibt, alles sei in Ordnung, trotz der verschwundenen Uhr.
Für unser Opfer ist die Realität eine andere als für den Zauberer, da kann man sich an dieser Stelle überhaupt mal Gedanken machen, was überhaupt Realität ist, doch an dieser Stelle zu philosophisch denk ich. (-;


Wie stark der Tastsinn eigentlich unsere Realität bestimmt seht ihr hier in diesem Video von Henrik Ehrsson einem Neurobiologen, der gezielt das Körpergefühl manipuliert und dadurch zu aufregenden Erkenntnissen kommt.

Kaum vorzustellen wie leicht wir zu manipulieren sind. Ich hoffe ihr hattet heute ein paar aha Erlebnisse, morgen geht es weiter mit unseren Augen und Ohren, wer wem was zu sagen hat und wie wir alle auch da uns die Realität einfach anpassen.

Weiter wird es um Mimik gehen und wie komplex unser hochfunktionelles Unterbewusstsein in der Lage ist in kürzester Zeit Gesichter zu interpretieren.

UND das MRT- Gerät und neusten Erkenntnissen bezüglich der Vorhersagbarkeit von Entscheidungen. 

Bis morgen und weiter bitte Werbung machen wenn es euch gefällt. (-:

Hier zu Teil I und Teil III


 

 





Kommentare:

  1. Gute Artikel, finde ich auch.

    Beim Mere-Exposure-Effekt denk ich vor allem immer dran, wie wir unsere Präferenzen für bestimmte Lebensmittel entwickeln: Wir essen das gerne, was wir oft essen. Da ist eine gewisse Rückkopplung vorprogrammiert :)

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  2. Diese Automatismen sind ja auch wichtig, nur unser Industrie nutzt das teilweise zu unserem Ungunsten leider aus.
    Danke fürs Kompliment, das motiviert ungemein (-:

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